BesserEsser - Unsere Schulverpflegung fit für die Zukunft machen!

Ortsverein

Über folgenden Antrag entschieden die Pfaffenhofener SPD-Mitglieder am 03.05.2015 im Rahmen der Jahreshauptversammlung:

Die Ganztagsangebote an unseren Schulen werden mehr. Viele Kinder und Jugendliche verbringen somit einen großen Teil des Tages in der Schule. Damit rückt auch das Thema einer guten Schulverpflegung stärker in den Mittelpunkt und es kommen in Zukunft mit wesentlich mehr täglichen Essensportionen und steigenden Qualitätsansprüchen große Herausforderungen auf uns zu. Gute regionale Caterer, welche derzeit unsere Pfaffenhofener Kindertagesstätten beliefern, stehen beispielsweise bereits jetzt vor Kapazitätsgrenzen.

Wir wollen deshalb jetzt frühzeitig in die Diskussion einsteigen, Bewusstsein und Strukturen schaffen, sowie uns für Maßnahmen einsetzen um die Schulverpflegung in Pfaffenhofen fit für die Zukunft zu machen.

Die Verpflegung unserer Kinder ist Chefsache!
Nicht nur zu Hause, sondern auch in der Kita und in der Schule werden die Ernährungsgewohnheiten entscheidend geprägt, die unsere Kinder oftmals ein Leben lang begleiten. Genussvolle, gesunde und ausgewogene Schulverpflegung, sowie die begleitende Ernährungserziehung  ist ein Teil des Schulkonzeptes und liegt in  direkter Verantwortung der Schulleitung.  

Schulverpflegung nicht auf den reinen Kostenfaktor reduzieren! 
So wichtig wie eine gute Schule ist auch eine gesunde Verpflegung. Gutes Schulessen und Ernährungsbildung tragen erwiesenermaßen außerdem dazu bei, Probleme wie Übergewicht  und Konzentrationsschwächen bei Kindern und Jugendlichen einzudämmen und das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung zu schaffen.

Was wir konkret tun können:
Die Stadt Pfaffenhofen kann ihren Teil durch eine optimale Organisation und Unterstützung eines gesunden Verpflegungsangebotes beitragen. Die SPD Pfaffenhofen stellt deshalb diesen Antrag und bittet die Stadtverwaltung zur Einleitung aller notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung folgender Punkte: 

a) Konzept zur Schulverpflegung erarbeiten
Wir wollen, dass respektive der Neuorganisation und des Neubaus der Grund- und Mittelschule auch das Schulverpflegungskonzept überarbeitet, bzw. weiterentwickelt wird. Dazu sollen sich alle Beteiligten des Schulalltags gemeinsam auf den Weg machen, ein Konzept einer gesunden, aber auch nachhaltigen Schulverpflegung zu entwickeln. Ähnlich wie es bereits für die städtischen Kitas erfolgt ist, wünschen wir uns die gemeinsame Erarbeitung von Kriterien und eines Konzeptes für eine ausgewogene und gesundheitsförderliche Schulversorgung mit allen Verantwortlichen und Konsumenten. Beispielsweise in Kooperation mit der staatlichen Vernetzungsstelle Schulverpflegung Bayern. Unsere Schülerinnen und Schüler sollten in den Prozess miteinbezogen werden. Beispielsweise durch Gründung einer “Ess AG”, einem Mitmachprojekt mit dem Ziel der unmittelbaren Schülerbeteiligung bei der Organisation der Schulverpflegung. Mittels Qualitätsmanagement sollen übergreifende Standards dauerhaft geprüft und eingehalten werden.


b) Ausschreibung für regionale Versorgung bei regionaler Wertschöpfung
Die Schulverpflegung soll künftig vorrangig regional erfolgen. Ziel ist eine Ausschreibung des Schulessens mit Schwerpunkt auf frische Zubereitung und soweit möglich regionale Lebensmittel. Auch die Ökobilanz der Produktion sowie Nachhaltigkeits- bzw. Klimaschutzaspekte sollen bei der Auswahl des Anbieters eine Rolle spielen. In die Ausschreibungen soll außerdem ein Zusatz aufgenommen, in dem verbindlich festgelegt wird, dass Fleisch, Salat, Obst, Gemüse, Getreide- und Milchprodukte zu großen Teilen aus regionaler Produktion bzw. saisonalem Anbau stammen sollen. Der Preis den die Schüler täglich für das täglich angebotene Mittagessen bezahlen müssen, sollte dabei den Höchstsatz von 3,50 Euro nicht überschreiten. Für Kinder, die aus dem Bildungs- und Teilhabepaket unterstützt werden, sollte das Mittagessen an allen Schulformen kostenfrei sein. Für die Schulverpflegung im Ganztagesbereich müssen wir versuchen ungenutzte regionale Potenziale zu heben und den Markt nicht allein überregionalen Großversorgern zu überlassen. Das Schulessen für unsere Kinder sollte jedenfalls nicht einmal quer durch Deutschland gefahren werden, bevor es bei uns erneut gelagert und aufgetaut wird. Alternativ und übergangsweise wäre beispielsweise das Regenerationsverfahren “Cook and Chill” (Cook & Chill bedeutet Kochen und Kühlen) von einem regionalem Anbieter als Alternative zur Tiefkühlkost denkbar. Die Mahlzeiten bzw. einzelne Komponenten werden dabei von einem Caterer zubereitet und direkt danach schnellgekühlt . Die Speisen werden bei max. + 3°C kühl aufbewahrt und sind 3-5 Tage haltbar. Die Regeneration vor Ort erfolgt in speziellen Geräten (z. B. Konvektomaten). Ergänzt wird zusätzlich mit Salat, Rohkost und Obst. Die Belieferung von Schulen und Kitas bietet einen interessanten Absatzmarkt auch für die lokale Land- und Ernährungswirtschaft und kann mit Ansätzen für die Ernährungsbildung und -erziehung verknüpft werden.

c) Schulverpflegung als Gemeinschaftsprojekt mit dem Landkreis andenken
Wir wollen gemeinsam mit dem Landkreis über Alternativen zur Organisation der Schulverpflegung nachdenken. Beispielsweise ob wir die die Schulverpflegung für alle Schulen im Schulzentrum als Gemeinschaftsprojekt betreiben könnten. Die Verwaltung soll diesbezüglich Kontakt mit den Verantwortlichen des Landkreises aufzunehmen. Beispielgebend könnte hierzu die Modellregion Coburg zur Schulverpflegung oder Johann Lafer mit seinem Projekt food@ucation in Bad Kreuznach sein.

d) Konkreten Beitrag durch Bund und Länder einfordern
Es reicht nicht, nur über Preise zu sprechen. Wir appellieren deshalb auch an die Landes- und Bundespolitik, die Qualität unserer Schulmensen ins Visier zu nehmen. Neben der Einführung verbindlicher Qualitätskontrollen bei Caterern und Schulen würde auch die Senkung der MwSt. von 19 % auf 7 % für Schulessen  bei einem Preis von 3,50 pro Essen rund 30 Cent Spielraum für Qualitätsverbesserungen bringen. Wir fordern unsere Abgeordneten in Bund und Land auf, auf diesemWeg mitzuhelfen, eine gute und bezahlbare Schulverpflegung zu ermöglichen.

Der Beschluss fiel einstimmig.

Bericht über den Besuch beim Mensaprojekt food@jucation von Johann Lafer in Bad Kreuznach.

 
 

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