Pfaffenhofen - die Wiege der Bayerischen SPD

Von Willihard Kolbinger


Gedenktafel Moosburger Hof

Konsequente soziale Tradition seit 1945.
Die Wiedergründung des SPD-Landesverbandes Bayern fand am 6. Oktober 1945 in Pfaffenhofen a. d. Ilm statt. Der Ortsverein Pfaffenhofen wurde am 18. Juni 1947 gegründet.

Die SPD war NICHT immer nur stark, wenn konservative Kräfte den Karren in den Dreck gefahren hatten, wie beispielsweise 1918 und 1945.

 


Historische Aufnahme - Moosburger Hof

Die Medienübermacht des Geldes verschwieg zu allen Zeiten die politischen Leistungen der Sozialdemokratie in Friedens- und Wohlstandszeiten. Erinnert sei nur an die entscheidende Rolle der SPD bei den Themen Gleichberechtigung der Frau, Gemeinschaftsschulen, kostenfreie Schulen und Schulwege, Freiheit der Medien, die Kette aller inzwischen errungenen Sozialleistungen, Beendigung des Kalten Kriegs usw.. Sogar die jüngste, fast selbstzerstörerische Rolle der SPD bei der Durchsetzung der längst notwendigen
Hartz IV-Gesetze, werden zu Leistungen anderer zurechtgelogen.
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Das Hotel Moosburgerhof heute


www.moosburgerhof.de

 

Der Ortsverein Pfaffenhofen - Von Vetter bis Käser

Die Ortsvorsitzenden nach Vetter hießen Rettmann Hans, Schütz Franz, John Gustav sen., Kaeppel Otto, Huber Josef, Kolbinger Willihard, John Gustav jun., Dr. Neumeyer Willi, Ludwig Gerhard, Hell Eva, Hoppe Volker, Herber Klaus, Walz Oliver, Thomas Herker und seit 19. Januar 2009 amtiert als Vorsitzender Markus Käser. Die Zahl der Mitglieder im Ortsverein schwankte seit 1945 immer um die 100 herum. Die SPD in Pfaffenhofen konnte die unverändert über 1945 hinaus vorhandene Mehrheit der bäuerlichen, christlichen und konservativen Haltungen nur mit jenen Vorschlägen verändern, die die stets bremsende CSU danach als eigene Ideen verkaufte.

Die Reihe dieser Fakten ist endlos. Die SPD am Ort wirkte in der Kommunalpolitik einflussreich mit, schloss Bündnisse, betreute wichtige Referate und stellte auch mehrfach schon den Vize-Bürgermeister.

Wilhelm Högner, Ernst Vetter und der „Moosburger Sepp“

Die Amerikaner beendeten am Samstagvormittag, 28. April 1945, auch in Pfaffenhofen die Gewaltherrschaft der Nazis. Viele ihrer Anhänger gab es hier, in welchem Gewand auch immer, es gab aber kaum Sozialdemokraten, denn die hatten sich aus Todesangst verstecken oder verleugnen müssen. Die Amerikaner brachten uns die Freiheit zurück. Man konnte wieder die politischen Fenster und Türen öffnen. Besonders denen, die sich als unschuldig gebärdeten, bescherten die demokratischen Besatzer in Pfaffenhofen, schon einen Tag nach der Kapitulation, einen kommissarischen roten Landrat als politische Spitze, einen von den Nazis verfolgten Altsozialdemokraten. Ernst Vetter, später Staatssekretär, behauptete einmal, Pfaffenhofen habe eigentlich den ersten funktionierenden Ortsverein der SPD in Bayern der Nachkriegszeit gehabt. Die Sieger wollten zwar Parteien nicht gleich zulassen, aber nachdem Vetter ein guter Bekannter des von den Amerikanern geförderten SPD-Spitzenmanns Wilhelm Högner war, und nachdem es in Pfaffenhofen einen Wirt mit sozialdemokratischer Vorgeschichte und landwirtschaftlichem Hintergrund gab, den ‚Moosburger Sepp‘, kann man sozialdemokratische Aktivitäten sofort nach dem Krieg bei uns als sicher annehmen. Der Moosburger Sepp hieß eigentlich Josef Rath und betrieb seine bayerische Wirtschaft in der Moosburger Straße, an der Stelle, wo man heute eine Gedenktafel betrachten kann. Der alte Moosburger Hof wurde am 11. und 12. November 1945 zum Ort der Wiedergründung des Bayerischen Landesverbands der SPD. Dies auch, weil hier Essen und Trinken und süßer Nachtisch für die ausgehungerten großstädtischen SPD-Delegierten gesichert waren. Wenige Tage danach, am 17.11.45, lizensierten die Amerikaner die SPD als Partei. Ernst Vetter muß sozusagen als Wiedergründungsvorsitzender des SPD-Ortsvereins Pfaf-fenhofen betrachtet werden. Eine wesentlich verjüngte SPD-Führungsmannschaft geht nun, 2007, mit neuen Methoden in den Wahlkampf für 2008. Eine neue Stadtspitze ist überfällig. Die SPD ist landesweit aber vor Allem in Pfaffenhofen ein Garant für unverfilzte Kommunalpolitik. 

Ortsvereinschronik SPD Pfaffenhofen

Seit nunmehr über 150 besteht die SPD im Bund und seit über 120 Jahren sind in Bayern, aber auch in Pfaffenhofen erste Aktivitäten nachweisbar. Dies nahm die Pfaffenhofener SPD zum Anlass eine eigene umfangreiche Chronik über die eigenen Stationen von den Anfängen bis heute zu verfassen.

“Die SPD war immer mehr als nur eine Partei oder gar ein Wahlverein. Wir waren und sind Teil einer sozialen und kulturellen Bewegung mit gemeinsamen Zielen und Überzeugungen für die wir, vielfach trotz persönlicher und beruflicher Nachteile, von damals bis heute eingetreten sind. Vorliegende Chronik hat nicht den Anspruch absoluter Vollständigkeit. Aber sie dokumentiert durch die Zeit die Überzeugungen und den Willen unsere Altvorderen und Mitstreiter, gesellschaftliche Verhältnisse nicht hinzunehmen, sondern zu verändern. Wir grüßen mit dieser Chronik alle Weggefährten, alle Freunde, aber auch alle verstorbenen Mitglieder im Ortsverein Pfaffenhofen und unserer GenossInnen und Freunde in der Region und aller Welt”, schreibt OV-Chef Markus Käser im Vorwort.

Für die Chronik haben Stadt-Historiker Andreas Sauer, Vorstand und Mitglieder über ein Jahr recherchiert und Informationen zusammengetragen. Entstanden sind dabei über 60 Seiten voller interessanter Geschichten, Episoden, Dokumenten, Fotos und Köpfen aus über 120 Jahren Ortsvereinsgeschichte von ersten Versammlungen und Flugblattaktionen um die Jahrhundertwende über die Geburtsstunde der Bayern SPD, den Aufbruch in eine neue Zeit nach den beiden Weltkriegen, bis zum Wahlkampf 2014 und die bunte Koaltion im Rathaus. Außerdem viele Namen und Köpfe aus der Geschichte, sowie alle Wahlergebnisse von 1919 bis 2014. Die Chronik kann gegen eine Schutzgebühr von 2 Euro per Mail unter pfaffenhofen@spd-paf.de bestellt oder in den Gaststätten Pfaffelbräu und Stegerbräu erworben werden. Hier digital lesen:

 
 

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